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Die MOZ über Ronny Schulze

Immer stand für ihn der Fußball an erster Stelle

Nach acht Jahren gibt der 54-jährige Ronny Schulze sein Traineramt beim MSV ab / Die größten Erfolge feierte er gleich zu Beginn als Coach

VON HAGEN BERNARD | MOZ

 

Wenn im August die neue Fußballsaison auf Landesebene beginnt, wird in der Landesklasse Ost der Männer ein bekanntes Gesicht fehlen. Nach acht Jahren hat der Müllroser Trainer Ronny Schulze seine Funktion an Dirk Herrgoß abgegeben. „Eigentlich wollte ich schon im vergangenen Jahr aufhören, doch da hatte ich mich noch einmal überreden lassen“, erklärt der 54-jährige. Doch jetzt ist endgültig Schluss. „Fast 50 Jahre habe ich fast alles dem Fußball untergeordnet. Ich möchte nicht mehr Wochenende für Wochenende auf den Fußballplätzen stehen, sondern auch mal Zeit für andere Dinge haben.“ 

Dennoch bleibt Ronny Schulze dem Fußballsport verbunden. Angedacht ist eine Funktion als sportlicher Leiter.

 

 


 „Momentan geht es mir sehr gut“, sagt er gut zwei Wochen nach den Punktspielen die sein Team als Tabellenneunter abgeschlossen hatte.

 „Ich habe keine großen Verpflichtungen“. Natürlich kann Ronny Schulze auch derzeit seine Hände nicht in den Schoß legen. Als Vertreter eines Sanitätshauses ist er viel unterwegs. Auch in seiner Freizeit ist er oft außer Haus. „Ich reise gern“. Mit dabei ist seine Frau Katrin, die er vor fünf Jahren geheiratet hatte. Da da warten noch andere Verpflichtungen. So muss er sich um das Haus, wo seine wohnt, kümmern. „Mir gehört es, aber ich wohne nicht dort. Wir haben dort alles, sogar einen Whirlpool. Auch im Garten ist regelmäßig Hand anzulegen.“

Vom Elternhaus war ihm auch der Fußballsport in die Wiege gelegt worden. Als Steppke hatte er begonnen, spielte bei Dynamo Frankfurt. In der Bezirksklasse der Männer war er sogar Kapitän. Unter seinem Vater Kurt wechselte der Fußballer zu Wende nach Müllrose. Dort war Kurt Schulze jahrelang BSG-Leiter. So hatte Ronny auch die „Goldenen“ Zeiten miterlebt, als der MSV unter Trainer Frieder Andrich in der heutigen Brandenburgliga spielte. Für ein Jahr er in jener Zeit auch in der Landesklasse bei Blau Weiß Groß Lindow unterwegs. „Wir hatten damals zu viele Spieler, da bin ich für ein Jahr ausgeliehen worden.“ Zurück war er dann, als der Müllroser SV 1999 freiwillig aus der Verbandsliga zurückgezogen hatte und in der Landesklasse weiterspielte. Doch der MSV-Nachwuchs war damals noch nicht so weit. Bald darauf spielte der MSV in der Kreisliga. Die verließ er erst, als Ronny Schulze das Männerteam übernommen hatte. Sogar als 47-jähriger hatte er noch in der Ersten gespielt, als Trainer hatte er erst Reinhard Löhnert assistiert, um dann nach einem Jahr selbst das Zepter zu schwingen. Das tat Schulze sehr erfolgreich. Gleich im ersten Jahr als verantwortlicher Trainer gelang die Rückkehr in die Landesklasse. Ein Jahr später wurde er mit dem Team Dritter. Ausschlaggebend für den Aufstieg sei laut Schulze gewesen, dass Stürmer Paul Herrmann vom damaligen FFC Viktoria Frankfurt zurückgekehrt war. Wenig später hatte er auch den in Frankfurt Oberligaerfahrenen Torhüter Stefan Ammer gewonnen, auch sein langjähriger Kapitän Björn Koch kam. Das waren in all den Jahren für Schulze auch die Korsettstangen im Team. Mit ihnen war der Müllroser SV zu einem Spitzenteam in der Landesklasse Ost gereift, doch für den ganz großen Sprung hatte es in den folgenden Jahren nicht gereicht. „Ich wäre gern mal aufgestiegen, doch das müssen auch die Spieler wollen.“ Ganz nah an diesem Ziel schien Schulze vor einem Jahr, als sein Team mit einer langen Siegesserie in die Saison startete. Doch als Leistungsträger wie Paul Herrmann ausfielen, zeigte sich wieder einmal, dass die Decke an guten und vor allem leistungswilligen Spielern in Müllrose zu dünn ist. „Davon können auch andere Trainer ein Lied singen. Für die heutige Spielergeneration ist nicht mehr der Fußballsport das ein und alles. Da gibt es noch viele andere Interessen und der Fußball steht nicht immer an erster Stelle.“

 

Regelmäßig hatte Ronny Schulze – so auch in der zurückliegenden Saison – hinsichtlich er Aufstellung improvisieren müssen. Hoch motiviert schienen die Spieler nur in den Derbys gegen Blau Weiß Markendorf und gegen die jeweiligen Spitzenreiter. So gelangen in den zurückliegenden Jahren oft eindrucksvolle Erfolge gegen Spitzenteams, die das Potenzial der Schlaubetaler bestätigten, andererseits setzte es gegen Außenseiter regelmäßig Niederlagen. Das mag auch ein Grund sein, dass der auch als Spieler stets leistungswillige Ronny Schulze keine so richtige Entwicklung in der Mannschaft mehr sah und er in einem Entschluss bestärkt wurde, erst einmal eine Auszeit zu nehmen.  


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